Der Luxemburger Regierungsrat hat kürzlich einem neuen Gesetzentwurf in Bezug auf reservierte alternative Investmentfonds (“RAIF”) zugestimmt. Dieser Gesetzentwurf wird nun dem Luxemburger Parlament unterbreitet. Dieser neuartige alternative Investmentfonds (“AIF”) wird die rechtlichen und steuerlichen Vorteile der spezialisierten Investmentfonds (“SIF”) und der Risikokapital-Investmentgesellschaften- société d’investissement de capital à risque - (“SICAR”) vereinen, ohne jedoch einer direkten behördlichen Aufsicht zu unterstehen. RAIFs werden folgende Hauptmerkmale haben:

  • RAIFs werden keiner direkten Aufsicht durch die CSSF unterstehen

Der RAIF wird keiner vorherigen Zulassung sowie keiner Aufsicht durch die CSSF unterstehen. Durch die Aufsicht des Verwalters des RAIFs („AIFM“) wird es lediglich zu einer “indirektenAufsicht der RAIFs kommen.

  • Zugelassene Investoren

Lediglich sachkundige Investoren werden in einen RAIF investieren dürfen. Dies umfasst institutionelle und professionelle Investoren, die einen Mindestbetrag von EUR125.000.- anlegen oder die als sachkundige Investoren eingestuft werden können.

  • Ein zugelassener AIFM muss ernannt werden

Ein RAIF wird einen in Luxemburg, in der EU oder (sobald der Verwaltungspass der AIFM-Richtlinie für Drittländer verfügbar wird) in einem Drittstaat zugelassenen AIFM ernennen müssen.

  • Umbrella-Fonds – Teilfonds

Es wird möglich sein, den RAIF als Umbrella-Struktur mit verschiedenen Teilfonds zu gestalten.

  • Variables Kapital ist möglich

Es wird für einen RAIF möglich sein, diesen entweder mit einem fixen oder einem variablen Stammkapital auszustatten.

  • Risikostreuung

Die Risikostreuungsanforderungen werden denen von SIFs angeglichen. Sollte der RAIF lediglich in Risikokapital investieren, würden keine Risikostreuungsanforderungen anfallen.

  • Flexible Gesellschaftsformen und Strukturen

Alle bestens bekannten Rechtsformen können für RAIFs verwendet werden:

    - Die Aktiengesellschaft (société anonyme - SA)
    - Die Spezialkommanditgesellschaft (société en commandite spéciale – SCSp)
    - Die Kommanditgesellschaft auf Aktien (société en commandite par actions, SCA)
    - Der Investmentfonds ohne Rechtspersönlichkeit (fonds commun de placement - FCP)
    - Die einfache Kommanditgesellschaft (société en commandite simple – SCS)
    - Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (société à responsabilité limitée - S.à r.l.)
    - Die Genossenschaft in Form einer Aktiengesellschaft (société coopérative organisée comme une SA)
  • Steuerliche Behandlung

RAIFs werden im Prinzip einer Abonnementsteuer von 0,01% unterliegen, allerdings mit verschiedenen Befreiungen. Sollte der RAIF lediglich in Risikokapital investieren, so wird er der gleichen steuerlichen Behandlung wie die der SICAR unterstehen (d.h. im Prinzip vollends Steuerpflichtig, mit Ausnahme von Einkommen und Gewinnen aus Risikokapital). Verwaltungsdienstleistungen an einen RAIF werden von der Mehrwertsteuer befreit sein. Das Gesetz über RAIFs wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2016 in Kraft treten.